Börselexikon

Das Börselexikon wird zur Verfügung gestellt von der Wiener Börse.

 

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(Geld) Preis, zu dem Nachfrage besteht. Gegenteil: ASK
siehe: Basis Point Value
Wenn der Kassapreis über dem Terminpreis liegt. Findet auch häufig Verwendung, wenn Terminkontrakte mit längeren Laufzeiten höher notieren als solche mit kürzen Laufzeiten. Der Begriff stammt ursprünglich von den Londoner Edelmetallmärkten. Das Vorhandensein von Backwardation deutet manchmal auf Nachschubschwierigkeiten im korrespondierenden (physischen) Markt hin. Gegenteil: Contango
(Bear, bearish) Andauernder, allgemeiner Preisrückgang an einem von einem Börseunternehmen betriebenen Markt. Leitet sich vom französischen baisser = sinken, fallen ab. Gegenteil: Hausse
Eine von Kreditinstituten emittierte mittel- oder langfristige Anleihe.
(Cash Settlement) Erfüllungsmechanismus, der Lieferung und Zahlung des Basiswertes ersetzt. Differenzgewinne bzw. -verluste aus Futures- und Optionspositionen werden beim Barausgleich direkt ausbezahlt bzw. eingefordert.
Bestimmungen des Baseler Ausschusses für Bankenaufsicht zur Orientierung der Eigenkapitalhinterlegung der Banken bei der Kreditvergabe an der Bonität (=Rating) des Kreditnehmers.
Differenz zwischen Kassapreis eines Basiswertes und dem Preis des korrespondierenden Futures. Man spricht von einer positiven Basis, wenn der Terminpreis höher als der Kassapreis ist, von einer negativen, wenn der Terminpreis niedriger als der Kassapreis ist.
(BPV) Veränderung des Anleihenpreises, wenn sich die Anleihenrendite um einen Basispunkt verändert.
siehe: Ausübungspreis
Allgemein übliche Angabe als Maßgröße für einen hunderstel Prozentpunkt (Rendite).
(Underlying) Das Termingeschäften zugrundeliegende Gut (Index, Aktien, Anleihen, Waren).
Kombinierte Optionsstrategie, die in Erwartung eines Preisrückgangs realisiert wird. Sie kann sowohl auf dem gleichzeitigen Kauf und Verkauf von Kaufoptionen als auch von Verkaufsoptionen basieren; Dementsprechend wird unterschieden zwischen Bear-Call-Spread und Bear-Put-Spread.
(Baisse Spread mit Kaufoptionen) Ein Bear-Call-Spread wird durch den Kauf einer billigeren Kaufoption (Call) mit höherem Ausübungspreis und gleichzeitigem Verkauf einer teureren Kaufoption mit niedrigerem Ausübungspreis gebildet.
(Baisse Spread mit Verkaufsoptionen) Ein Bear-Put-Spread wird durch den Kauf einer teureren Verkaufsoption (Put) mit höherem Ausübungspreis und dem Verkauf eines billigeren Puts mit einem niedrigerem Ausübungspreises gebildet.
Börsejargon für die Erwartung fallender Kurse. Der Bär ist jenes Börsetier, das die Kurse mit seinen Tatzen nach unten schlägt. ( Baisse), Gegensatz: bullish.
An Mitarbeiter eines Unternehmens, oft zu einem Vorzugspreis, ausgegebene Aktie. Der Mitarbeiter muss für den Weiterverkauf meist eine Sperrfrist beachten.
Ein Vergleichskriterium für die Performance verschiedener Anlageformen, z.B. Performance eines österreichischen Aktienportfolios (Portfolio) gemessen an der Entwicklung des ATX.
(Gratisaktien) Bezeichnung für Aktien, die im Rahmen von Kapitalerhöhungen aus Gesellschaftsmitteln ausgegeben werden.
(Market Order) Auftrag ohne Angabe eines Preislimits zu dem die Order ausgeführt werden soll. Bei dieser Orderform wird der gesamte Auftrag so schnell wie möglich zum besten Preis ausgeführt. Der Bestensauftrag kann auch mit den Ausführungsbeschränkungen Fill-or-kill oder Immediate-or-cancel versehen werden.
Maß für die Schwankungsbreite eines Finanztitels im Vergleich zum Gesamtmarkt (repräsentiert durch einen Index). Ein Beta von 1 bedeutet, dass das Preisschwankungsrisiko des Finanztitels (z.B.: einer Aktie) gleich groß ist wie das des Gesamtmarktes. Ein Beta von z.B. 1,2 bedeutet, dass das Preisschwankungsrisiko des Finanztitels um 20 Prozent größer ist als das des Gesamtmarktes.
Ein Wertpapier, das in der Regel einen Anteil am Unternehmen selbst verbrieft, wie z.B. bei Aktien. Bei Fonds ist man nicht am Unternehmen selbst, sondern am Sondervermögen der Kapitalanlagegesellschaft beteiligt.
Zeitspanne für die Ausübung des Bezugsrechtes, in der der Aktionär zu entscheiden hat, ob er sich an einer Kapitalerhöhung beteiligt oder nicht.
Vorkaufsrecht der Aktionäre auf die im Rahmen einer Kapitalerhöhung begebenen jungen Aktien. Der errechnete Wert des Bezugsrechtes und der Preis, zu dem es gehandelt wird, können differieren, da sich der Preis aus Angebot und Nachfrage ergibt.
Gegenüberstellung aller Vermögenswerte und Schuldenteile eines Unternehmens zu einem Bilanzstichtag. Dient dem Zweck der Erfolgsermittlung und als Vermögensübersicht.
Zeitraum, für den ein Unternehmen oder eine Person fest an vorher festgelegte Leistungen, wie z.B. Aus- oder Einzahlungen gebunden ist.
Das bekannteste mathematische Modell zur theoretischen, fairen Berechnung von Optionspreisen. Das Modell wurde nach dessen amerikanischen Erfindern Fischer Black und Myron Scholes benannt.
Eine etwa zweiwöchige Frist vor Veröffentlichung des Emissionsprospektes. Während dieser Periode werden keine Research-Daten vom Emittenten oder der Emissionsbank veröffentlicht.
Aufträge, die nur in bestimmten Mindestgrößen (Blocks) in ein Handelssystem eingegeben werden können.
Blue Chips ist die Bezeichnung für Aktien erstklassiger Unternehmen. Diese Unternehmen zeichnen sich durch hohe Bonität, gute Wachstumsperspektiven und regelmäßige Dividendenzahlungen aus. Blue Chips sind regelmäßig in Aktienindizes vertreten. Namensgeber waren die blauen Jetons (Chips) im Casino Monte Carlo, die den höchsten Wert hatten.
Jene unbedingten Termingeschäfte, deren Basiswert eine Anleihe (engl. Bond) ist.
(Anleihe, Schuldverschreibung, Obligation, Rente) Instrument für eine langfristige Kreditfinanzierung. Ein Bond lautet über einen Gesamtbetrag und wird in Teilschuldverschreibungen zerlegt und verbrieft. Anleihegläubiger haben das Recht auf Rückzahlung des ausgewiesenen Anleihebetrages sowie einer festgelegten Verzinsung.
Die Bonität gibt Auskunft über die Zahlungsfähigkeit eines Schuldners, z.B. eines Anleihe-Emittenten. Kann dieser die Zahlung der Nominal-Zinsen mit hoher Wahrscheinlichkeit erfüllen und den Nennwert der Anleihe zurückzahlen, dann wird seine Bonität als hoch eingestuft. So genannte Ratings (Bonitätseinstufungen) werden von großen Agenturen durchgeführt. Zu den bedeutendsten zählen Moody's Investor Service und Standard & Poor's Corporation.
siehe: Kapitalberichtigung
Dieses Verfahren findet Anwendung, wenn bei einer Neueinführung an einem von einem Börseunternehmen betriebenen Markt ein marktgerechter Emissionspreis und -volumen bestimmt werden soll. Dabei geben potentielle institutionelle Investoren unverbindlich bekannt, welche Volumina sie zu welchen Preisen innerhalb eines bestimmten Preisbandes kaufen würden. Anhand dieses fiktiven Auftragsbuches wird der Emissionspreis und das Emissionsvolumen festgelegt. Im Gegensatz dazu wird beim herkömmlichen Festpreisverfahren der Emissionspreis ausschließlich von der Emissionsbank bzw. dem Emissionssyndikat und dem Emittenten bestimmt.
Statistische Messzahl (Index), mit der die Performance von bestimmten Wirtschaftszweigen (z.B. Maschinenbau, Umwelttechnologie etc.) dargestellt wird.
(Ask) Preis, zu dem Wertpapiere, Devisen, Rohstoffe usw. zum Verkauf angeboten werden. Gegenteil: Geld
Angloamerikanische Bezeichnung für einen Wertpapierhändler, der (im Gegensatz zu einem Trader) für fremde Rechnung, d.h. im Auftrag eines Kunden, Geschäfte an einem von einem Börseunternehmen betriebenen Markt ausführt.
Geld, das im bargeldlosen Zahlungsverkehr verwendet wird, z.B. bei Überweisungen von einem Konto auf ein anderes.
Der Buchwert entspricht dem Eigenkapital dividiert durch die Anzahl der Aktien. Liegt der Buchwert erheblich über dem Preis einer Aktie, so ist dies als ein mögliches Kaufsignal anzusehen. Auch: Wert, zu dem ein Aktivposten in der Bilanz ausgewiesen ist.
(BTX) Ist ein kapitalisierungsgewichteter Preisindex und besteht aus den umsatzstärksten und höchstkapitalisiertesten Aktien der Bulgarian Stock Exchange (BSE-Sofia). Der Index wird von der Wiener Börse AG real-time in bulgarischen Lew (BGN), EUR und USD berechnet und veröffentlicht. Der Startwert des BTX wurde per 3. Jänner 2005 mit 1.000 Punkten festgelegt.
Kombinierte Optionsstrategie, die durch Kauf eines Calls mit einem niedrigeren und Verkauf eines Calls mit einem höheren Ausübungspreises gebildet wird. Beide Optionen haben die gleiche Laufzeit.
Ein Bull-Call-Spread wird durch den Kauf einer am Geld oder nahe am Geld notierenden Call-Option und dem gleichzeitigen Verkauf einer aus dem Geld notierenden Call-Option gebildet.
Ein Bull-Put-Spread wird durch den Kauf einer Verkaufsoption (Put) mit niedrigerem Ausübungspreis und dem Verkauf eines Puts mit einem höherem Ausübungspreis gebildet.
(Hausse) Dieser Ausdruck wird für die Erwartung steigender Preise verwendet. Bildlich dargestellt wird dieser Zustand durch den Bullen (Stier) der die Preise auf die Hörner nimmt und in die Höhe wirft Gegensatz: Bearish
Anleihen der Republik Österreich.
Ein Forderungspapier, das vom Bund zur Deckung des kurz- bis mittelfristigen Kapitalbedarfes (bis 5 Jahre Laufzeit) emittiert wird. Bundesschatzscheine werden meistens von institutionellen Anlegern gekauft.
Business Angels sind Institutionen bzw. Personen, die neben einer finanziellen Direktbeteiligung (Venture Capital) an einem Unternehmen in der Aufbauphase auch Ideen, Managementerfahrung und Kontakte einbringen. Das Ziel der Business Angels ist die private Unterstützung von Unternehmensgründungen, bei denen für Banken das Risiko zu groß und für Beteiligungsgesellschaften der Kapitalbedarf zu gering ist. Dafür erhalten die Business Angels entsprechende Unternehmensanteile.
(BörseG) Das BörseG regelt das Verhältnis zwischen Börsemitgliedern und Börsebesuchern (d.h. Börsehändler und -kunden) einerseits und dem Börseunternehmen andererseits. Das BörseG enthält weiters Bestimmungen, die die Zulassung von Verkehrsgegenständen zu geregelten Märkten, die Pflichten von Emittenten sowie teilweise die Finanzmarktaufsicht (FMA) betreffen.
Drückt den Wert aller an einem von einem Börseunternehmen betriebenen Markt gehandelten Wertpapiere, also den Wert des Gesamtmarktes aus. Dabei werden die Marktkapitalisierungen der einzelnen Unternehmen addiert.
(Kurs) Der an dem von einem Börseunternehmen betriebenen, geregelten Märkten durch Angebot und Nachfrage ermittelte Preis für die gehandelten Werte (z.B. Wertpapiere, Devisen etc.).
Marktsegment der Wiener Börse AG, an dem über das Handelssystem Xetra® alle Rentenwerte gehandelt werden, die zum Amtlichen Handel bzw. Geregelten Freiverkehr zugelassen oder in den Dritten Markt einbezogen sind. Als Handelsverfahren wird die einmalige, untertägige Auktion angeboten.